Das Thema "psychologisch gesunder Arbeitsplatz" hat viele Aspekte - als Gegenstück zum "Dienst nach Vorschrift" bietet sich die Frage an, was Gesundheit mit Engagement im Beruf zu tun hat.
Als Denkanstoss auf die Seiten zum Psycholgy Healthy Workplace Program zu
verweisen, ist vielleicht nützlich für diejenigen, die einen englischen Text verstehen können. Zumindest einige Grundgedanken möchte ich ins Deutsche
übersetzen. Der Grundgedanke besteht darin, Mitarbeiter stärker in Entscheidungsprozesse einzubeziehen, ihnen mehr Autonomie am Arbeitsplatz zu gewähren. Hier ist vielleicht schon eine kleine Denkpause angebracht - für jene, die hier zu der Einsicht gelangen, dass am Arbeitsplatz oft "über ihren Kopf hinweg" entschieden wird.
Wenn der Gedankengang handfest werden soll, muss es schon etwas präziser werden...
Wer entscheidet wann wo wie was in welcher Frage mit wem warum und wozu?
Wer entscheidet, wer wann wo wie was in welcher
Frage
mit wem warum und wozu entscheiden darf, kann, soll oder muss?
Um den Knoten im Kopf zu entwirren... die Vorstellung, dass in irgendeinem Unternehmen alles mit allen entschieden werden könnte oder müsste, bringt uns kaum weiter. Aber das Bedürfnis, bei ganz
bestimmten Entscheidungen beteiligt zu werden, könnte durchaus ein Punkt sein, der dem einen oder der anderen schwer im Magen liegt - und über Identifikation oder nicht eben auch entscheidet. Die
Lösungsrichtung ist im Prinzip einfach - Entscheidungsräume zu klären und über ihren Sinn und ihre Angemessenheit nachzudenken, könnte nicht nur entlastend sein, sondern auch den beklagten Mangel
an Engagement reduzieren.
Eine These also als Denkanstoss:
es arbeitet sich leichter, wenn die individuellen Entscheidungsräume geklärt sind.
Belastend kann es sein, wenn er "zu klein" ist, belastend kann es aber auch sein, wenn er "zu gross" ist.
Eine Richtung, in die man diesen Gedankengang weiterführen kann, ist das Management. Also googeln wir mal los... beim Stichwort "Mitarbeiterzufriedenheit"
ergibt sich unter anderem eine Anzeige mit dem Titel "7 Tools, wie Sie Ihre Mitarbeiter 2008 zur Höchstleistung treiben!". Aha, treiben muss man sie also. Damit kommen wir dem Problem
bereits auf die Schliche... Mitarbeiter, die sich mit dem, was sie tun, identifizieren können, muss man nicht treiben. Wer seine Arbeit gern erledigt, weil er sich dabei wohl fühlt, muss nicht
angetrieben werden. Und die "Tools" können dann getrost bleiben wo sie sind.
Die andere Denkrichtung ist eine persönliche Frage, die nur jeder und jede für sich beantworten kann.
Was brauche ich, um an meinem Arbeitsplatz zufrieden zu sein?
Was sind meine Arbeitsbedürfnisse?
Was motiviert mich? Was sind meine Anliegen?
Lebensgestaltung ist Rollengestaltung - die Rolle(n) im Arbeits- und Berufsleben gehören dazu. Wenn es Möglichkeiten gibt, etwas neu zu gestalten, um mit sich und dem eigenen Berufsleben
zufriedener zu sein, dann ist das sicher auch ein Beitrag zur Gesundheit.
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