Freitag, 30. mai 2008

der bauer schlappte einst

in einfachen pantoffeln

zu tisch und ass genussvoll

die eigenen kartoffeln

die industrie

mit sehr viel grips

macht heute draus

kartoffelchips

die wahre innovation

ist stets diversifikation

der kunde kauft

und zahlt sich dumm

der bauer schnauft

zur glotze rum

mampft chips dabei

statt einfachen

kartoffelbrei

immer mehr und anders

mal so mal so

tausend varianten

selbst für die brille auf dem klo

das einfache ist uns zu blöde

das gleiche langweilig und öde

neues, anderes muss bald schon her

der nachbar hat's ja auch - wie der

muss jeder selbst auch sein

sonst fühlt man sich ja dumm und klein

findet vielleicht den konsumterror zum kotzen

will dann aber doch mit dem neuesten protzen

und so treiben wir uns immer weiter

auf der schneller-höher-besser-leiter

neues handy, neuer wagen

neue tröpfchen für den magen

schampoo jetzt mit vitamin

so blättern wir die euros hin

der fortschritt quält, der bauer schnauft

aber wenn es irgend geht - er kauft

wagt es kaum, tief in sich drinnen

sich auf das einfache zu besinnen

der druck belastet, und das schlaucht

bis zur mühsamen erkenntnis

dass nicht jeder alles

was die werbung uns verkaufen will

auch wirklich braucht

von Methusalem veröffentlicht in: Poesie Community: Wellness und Gesundheit
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Montag, 26. mai 2008

das denken braucht die sprache nicht

sprache wohl das denken


denken kann ich ohne worte

an manch verborgnem orte


meditieren und sinnieren

über vieles in der welt


auch über die berühmte frage

was sie im innersten zusammenhält


so manche einsicht mag sich dann

zeigen, entfalten, verdichten

und manches, was zuvor gedacht

als unstimmig vernichten


manches muss ich mir wohl auch

mühsam erst erringen

um es dann

mit noch mehr mühe

zur sprache hin zu bringen

von Methusalem veröffentlicht in: Poesie Community: Gedichte
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Sonntag, 11. mai 2008

der geist  
der weht
wohin er will

wenn er nicht weht
dann ist es still
dann lässt er 
jeden geist in ruh

der ruhe im geist
schaut er dann zu

wohl dem
der sich auch wohl befindet
wenn es im geist
mal nicht so windet

denn weht der geist
wann immer er will
dann ist der geist
ja niemals still

dann weht's
obwohl der geist nicht will

bis dann wohl der geist
sich windet
damit er sich 
still
wohl 
befindet

von Methusalem veröffentlicht in: Poesie Community: Gedichte
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Zitat

Zitat von philosophenlexikon.de

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