Staunen und Fragen, nochmal

Veröffentlicht auf von Methusalem

Staunen und Fragen, das war hier schon einmal Thema...

Und heute möchte ich eine eher traurige Beobachtung hinzufügen:
es scheint eine eher kindliche Neigung zu sein, die sich die meisten im Erwachsenenalter abgewöhnen. Von Reizen überflutet scheint es für manche nicht mehr viel zu geben, über das man staunen kann, oder doch? Wer es geschafft hat, sich das Staunen zu bewahren, kann vieles finden... und sich daran freuen. Also - das Staunenkönnen gehört wohl in die Kategorie "Ressourcen", ist eine wertvolle Fähigkeit. Neugierig geblieben zu sein, das ist etwas Wertvolles. Und so ist es auch mit dem Fragen, das sich manche vielleicht aus unangenehmen Erfahrungen heraus abgewöhnt haben. Weil sie eben oft genug doch keine Antwort bekommen haben. Oder mit den Antworten nicht glücklich geworden sind. Fest-Stellungen also können etwas Hinderliches sein. So ist das. Daran gibt es keinen Zweifel. Das Fragen und In-Frage-Stellen ist der Motor der geistigen Entwicklung. Dort, wo man nichts mehr hinterfragen darf, herrscht nur noch geistige Windstille. Selbstkritisch können wir uns immer wieder fragen, ob an manchen Stellen die Entwicklung stagniert, weil das Wagnis des Fragens nicht mehr stattfindet. Ob es wirklich so toll ist, wenn man keine Fragen mehr hat, das ist die Frage...

 

s. auch:

Frage und Antwort 

Veröffentlicht in Lebenskunst

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Thomas 09/09/2011 10:41



Danke für den Beitrag. Nur durch hinterfragen kann man estwas lernen. Wenn man Sachen hinnimmt und sich nicht damit beschäftigt, kann man sein Wissen nicht weiterentickeln.



benebon 06/15/2011 11:22



"geistige Windstille"...I love your style!



George Gina Lucy 11/09/2010 14:22



Tja, ein ständiges auf und ab.. so ist das halt numal..



Georg Heine 08/27/2010 15:03



Ich warte auf neue Artikeln von dir..Du hast bis jetzt sehr schoen geschrieben und ich will mehr lesen. danke und viel Erfolg!



Ajdan 07/28/2010 01:19



Ich denke, dass ist ähnlich dem was ich mir oft gewünscht habe, nämlich "dumm" zu sein. Ich fand die Vortsellung toll, ganz einfach gestrickt zu sein, eine Sehnsucht nach einer Arbeit, Familie,
Heim und Kinder zu haben und nach dem Erreichen "glücklich und zufrieden" zu sein. Zufrieden am Abend nach Hause zu kommen, nach vollendetem Tageswerk, für meinen Mann zu kochen (naja vielleicht
hätte ich nur einen Halbtagsjob) zu lochen, meinem Mann das Bier hin zustellen, natülich nebst Schlappen. Nach dem Essen TV glotzen und dann aber fix ins Bett, weil morgen wieder arbeiten und das
faziniernste an dem "dumm" sein wäre....man denkt nicht drüber nach, ob es einem Gefällt, NEIN man nimmts hin und is zufrieden! Ich hab mich in der Familie der Fussbroichs gesehen, ich hoffe die
sind bekannt und das soll auch in keinster Weise eine Abwertung der Familie sein, doch waren diese für mich immer das Sinnbild von "Einfach- und dummheit" Tja was hab ich gemacht, dagegen
rebilliert. Also 10 jahre harte Drogensucht und nebenbei und immer dabei Alkohol, Pillen und THC, manchmal ein bisschen Speed, doch das nicht mehr.
Nachdem das Jahr sehr grauenvoll begann zog es sich genauso dahin bis ich ganz am Ende war und nicht mehr aus dem Bett gekommen bin, nur noch zum Alkohol kaufen....dann schnell Schlaftabletten
und Schnaps, bloß die Birne ruhig stellen.
Natürlich hab ich alle sozialen Kontakte voerst auf Eis gelegt, also nicht mehr ans Telefon, wenns an der Tür geklingelt Panik bekommen und immer mit Sonnenbrille und Kapuze zum Supermarkt. Hilfe
war ich mir peinlich!!!
Zum Glück habe ich einen Freund, welcher seit 2 Jahren clean ist, welcher mir sehr geholfen hat und auch jetzt noch für mich, mit guten Tipps, da sowie behilflich ist.
Also habe ich ihn, in einem lichten Moment, aber unter Tränen angerufen und ihm gesagt: "Ich kann nicht mehr!"
Sofort hat er in der Klinik einen Termin gemacht und 3 Tage später war ich dann in der Entzugsklinik.

Entschuldigung bin vom Thema abgekommen, doch es ist so, dass diese Auseinandersetzung mit Abstinez das erste Mal in meinem Leben Substanz annimmt. Ich forsche mich gerade durchs Netz und bin auf
diese Seite gestoßen.
Klasse! Freut mich das ich sie gefunden habe.

Was mich sehr traurig stimmt, sind die Sache die ich von Methusalem lesen muß. Ich stell es mir ganz schlimm vor, wenn man helfen will, weiß wie es besser geht und vor Wände renn. Ist jetzt etwas
verkürzt und platt ausgedrück, doch ich glaube die Quintessenz bleibt die Selbe. Ich habe damals auch Ideen gehabt, wie man mit menschen umgehen sollte, wenn diese ein "Drogenleben" geführt haben
und sich dafür entschieden haben, dies zu ändern.

Aus Eigenerfahrung bringt es nicht Junkie Methadon in die Hand drückt und sacht schönen Tag noch. Ein Ex hat Monate oder jahre nichts anderes gemacht, als sich darum zu kümmer, wovon der nächste
Knaller bezahlt wird. Papiere blieben liegen, die Wohnung verkam. Das bedeutet doch, dass man den Menschen erstmal wieder beibringen muß, wie ein "normaler" Tagesablauf funktioniert. Ihn auch mal
ans Händchen nehmen und ZEIGEN wie man mit Alltagssituationen umgehen kann, ohne Drogenkonsum. Auch istwichtig Möglichkeiten aufzuzeigen wie es beruflich und sozial weitergehen könnte. Es muß ja
ein neuer Bekanntenkreis aufgebaut werden, denn das der alte "tödlich" ist ist klar. Ich habe mich derzeit für ein Sozialpädagogik Studium beworben, war ehrlich hab von meiner Sucht und meinen
Ideen erzählt. Ich war an der Front und weiß was man braucht, doch das wollte die alles nicht wissen. Wichtig war, ich war süchtig! Traurig..

Ich wollte damit sagen, dass ich Methusalem sowas von verstehe und ich hoffe sehr, dass Du Deine Richtung findest und Du weißt selbst: Ohne Fragen keine Antworten ergo Stagnation.

Ich bin gespannt. Ich begebe mich jetzt vorerst in ambulante Therapie. Sollte dies nicht funktionieren, werde ich einen längeren stationären Aufentalt in Erwägung ziehen.

Danke für diese Seite!!!