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Mobbing ist ein kompliziertes Phänomen, über das man lange nachdenken kann... einige interessante Seiten im Internet möchte ich noch zusammentragen und kurz beschreiben. Zunächst aber - eine kleine Statistik:
Erschreckend dabei ist die Häufigkeit - mehr als die Hälfte der 260 Befragten hat Mobbing am Arbeitsplatz erlebt. Nun kann man einwenden, die Zahl der Befragten sei ja nicht besonders groß, die Stichprobe nicht unbedingt repräsentativ. Nähere Informationen liefert hier die Website des Instituts, das die Befragung durchgeführt hat. Insgesamt wurden 2000 Personen befragt, die 260 Personen, die die Grundlage für die Darstellung der oben genannten Formen ausmachen, bilden also 13 Prozent der befragten Gesamtgruppe. Etwas verwunderlich ist, dass es keine geschlechtsspezifischen oder berufsfeldtypischen Unterschiede gibt - die gelegentlich behauptete höhere soziale Kompetenz von Frauen lässt sich damit genausowenig bestätigen wie die (plausible) Vermutung, dass manche Branchen einem höheren Konkurrenzdruck ausgeliefert sind. Nachvollziehbar wäre also, dass dort auch "mehr Mobbing" geschieht. Sozialberufe, bei denen man ein "besseres Miteinander" vermuten könnte, tauchen ebenfalls nicht gesondert auf. Es sieht also so aus, als ob sich Mobbing quer durch alle Berufsfelder zieht - Mobbing scheint also weder für bestimmte Berufe, noch für bestimmte Branchen "typisch" zu sein. Ursachen, Erklärungen und Ansätze zur Prävention, vor allem aber zur Bewältigung des Phänomens müssen damit anderswo gesucht werden. Die auffälligsten Formen zeigen auch deutlich, wo "der Hase im Pfeffer begraben liegt" (wer hat eigentlich diese merkwürdige Formulierung erfunden?). Es sind Kommunikationsprozesse, die scheitern, Mobbing zeigt Störungen im Miteinander auf.
Dazu passt ein Beispiel, das mir vor vielen Jahren ein Betriebswirt erzählt hat, der als Abteilungsleiter in einer großen Firma arbeitete - es ging dabei um eine Telefonabteilung, die man heute als Call Center bezeichnen würde. Was er nicht verstehen konnte war das Phänomen, dass einzelne Mitarbeiterinnen gezielt Telefonbücher versteckten, um selbst gut da zu stehen und andere schlecht aussehen zu lassen.
Dass er hier etwas ändern wollte, gezielt das WIR-Bewusstsein im Auge hatte, konnte ich gut nachvollziehen. Also bot er Fortbildungsseminare an, wollte die "corporate identity" entwickeln. Lobenswert... leider kamen auf die angebotenen Seminare im wesentlichen nur zwei Fragen: "Was gibt*s zu essen?" - und: "wann komme ich wieder nach Hause?".
Nun ja.... Führungskräfte haben es auch nicht leicht.
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