Gesunde Einstellungen: Schemata im Blickpunkt

Veröffentlicht auf von Methusalem

Hat Gesundheit etwas mit Einstellungen zu tun? Kann man sagen, dass gesunde Menschen ganz bestimmte Denkmuster aufweisen, psychische Störungen dagegen mit ebenfalls typischen Gedankengängen zusammen hängen?

Die Forschungsergebnisse zum Attributionsstil (also der Art und Weise, wie man sich bestimmte Ereignisse erklärt) und Depressionen sind Beleg genug, Gesundheit mit zentralen Einstellungen (oder: Schemata) in Verbindung zu bringen. Manches wir wohl auf breite Zustimmung stoßen - dass es eine recht gesunde Einstellung ist, wenn man mäßig aber regelmäßig Nahrung zu sich nimmt, für ausreichend Schlaf sorgt und sich nach anstrengenden Tätigkeiten auch entspannen kann. Andere Gedankengänge sind vielleicht diskussionsbedürftig... Die Liste der Formulierungen, die ich demnächst vorstellen möchte, ist bereits 7 Jahre alt - als Einschätzungsbogen gedacht, ohne solide wissenschaftliche Fundierung. Es gibt einige Ähnlichkeiten und Überschneidungen mit dem Konzept des Kohärenzgefühls. Es geht mir dabei nicht in erster Linie um eine quantitative Ausprägung des Merkmals "Gesundheit" - sondern um einen Prozeß, der sich an eine gesunde Lebenseinstellung herantastet. Formulierungen sind "Vorlagen", Orientierungsmarken, die Hinweise auf mögliche Probleme geben können. Diese Schemata möchte ich in den nächsten Tagen nach und nach zur Diskussion stellen. Allgemeine Frage dabei: ist der Gedanke, mit dem ein bestimmtes Schema bezeichnet wird, als "gesunde Einstellung" akzeptabel? Damit meine ich: entspricht es dem Alltagsverständnis psychischer Gesundheit? Wenn der eine oder die andere ein bestimmtes Schema für sich als "nicht zutreffend" bezeichnet, wie kann man sich dann daran annähern? Welche Gedanken und Gefühle löst die Formulierung einer "gesunden Einstellung" aus, welche Situationen sind damit verbunden? Was tun "ganz normale Leute" für ihr eigenes Wohlbefinden und wie gehen sie dabei vor?

Um die Sache zu verdeutlichen, möchte ich einmal ein Extrembeispiel für ein Schema darstellen, das ich ganz vorsichtig formuliert für nicht besonders gesund halte:
"Ich bin wirklich das Allerletzte. Am liebsten würde ich mich selbst in die nächste Mülltonne werfen". So ungefähr kann ich mir vorstellen, was Frank Farrelly wohl dazu sagen würde: "Sei glücklich, wenn du dir so etwas vorstellen kannst... Manche würden da gar nicht rein passen!". Nun ja. Vielleicht gibt es auch sanftere Wege, zu einer etwas anderen Einstellung zu kommen...


(Fortsetzung: Selbstzufriedenheit)


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Veröffentlicht in Prävention

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