Der verlorene Kommentar

Veröffentlicht auf von Methusalem

Der Text "wenn Du willst, dass Dein Kind getötet wird" hat Kommentare angeregt, auf die ich demnächst noch näher eingehen möchte... Einer von ihnen ist aber leider verloren gegangen, soweit ich das erkennen kann, war er im HTML-Format eingegeben und ist nicht sichtbar. Den Text konnte ich allerdings rekonstruieren, hier also folgt der Kommentar von Markus:

"Ich bin selbst Vater von drei Kindern und ich kann dir da nur beipflichten. Als sie mich das erste Mal gefragt haben, warum sich die Menschen das antun, weil sie es in den Nachrichten gesehen haben, wusste ich nicht gleich was ich antworten sollte.

Aber ich denke, dass wir Eltern dafür da sind, dass wir unseren Kindern lernen, dass es Frieden gibt das es wichtig ist den anderen zu respektieren und zu schätzen. Es ist wichtig ihnen zu erklären was falsch und richtig ist. Wenn wir ihnen das alles beibringen, dann können wir auch den Krieg aufhalten. So sehe ich das zumindest."


Die Frage, "warum Krieg?" ist nicht leicht zu beantworten und welche Antworten möglich sind, hängt sicher auch davon ab, wie alt die Kinder sind. Leichter ist vielleicht die Frage, warum es Streit gibt - wenn zwei dasselbe wollen, wenn etwas knapp ist, wenn unterschiedliche Meinungen aufeinander treffen...

Kinder brauchen Grenzen, Kinder brauchen Werte. Kriege entstehen, weil manchmal andere Dinge wichtiger erscheinen als der Frieden - eigene Interessen, Machtinteressen oder: Freiheit. Und - Kriege entstehen, weil Konflikte nicht ausgetragen werden. Weil es keine Friedensfähigkeit ohne Konfliktfähigkeit gibt (meine These), kommt es vor allem darauf an, mit Konflikten leben zu lernen. Dort, wo Eltern ihren Kindern vermitteln und vorleben können, wie sich Konflikte ohne Gewalt lösen, sagen wir bescheidener: bewältigen lassen, ist schon viel erreicht. Und oft kommt es gar nicht auf eine Lösung im strengen Sinn an. Klare Regelungen, Vereinbarungen, Kompromisse oder einfach nur Toleranz sind oft genug völlig ausreichend. Letzten Endes können wir aus der Ferne den Konflikt in Nahost nicht lösen. Genau genommen sind es viele Konflikte, die dabei eine Rolle spielen. Wir können nur darauf hoffen, dass die Stimmen jener, die sich um Vermittlung bemühen, an die Menschenrechte erinnern, auf einen Waffenstillstand drängen und auf eine dauerhafte Lösung hinarbeiten, früher oder später Gehör finden. Und dort, wo wir sind, können wir uns dafür einsetzen, dass Wege konstruktiver Konfliktbearbeitung entwickelt, gefördert und eingeübt werden. Mit sich selbst in Frieden zu leben - das kann schon schwer genug sein. Frieden ist, im Innern, im "Kleinen" wie im "Großen", kein Zustand, den man einmal erreichen und dann für alle Zeit "festhalten" kann. Es ist ein Prozess, um den wir uns immer wieder bemühen müssen, können und sollten.

Kriege hat es in der Geschichte der Menschheit mehr als genug gegeben. Es reicht. Wir haben wichtigere Dinge zu tun...

s. auch: Links zur Friedenspädagogik


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Veröffentlicht in Konflikte

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