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Neue Studien zum Thema Depression zeigen einen hilfreichen Weg, die Symptome zu reduzieren. „Wer Hoffnung hat, ist weniger depressiv. Und die gute Nachricht ist, dass man Hoffnung lehren kann, dass Hoffnung bei den Menschen entwickelt werden kann, die es brauchen“, sagt Jennifer Cheavens, Assistenzprofessorin für Psychologie an der Ohio State University. Bei einem Jahrestreffen der American Psychological Association am 16.August 2008 in Boston wurden die neuesten Forschungsergebnisse diskutiert. Die Vermutung liegt nahe, dass es hier um statistische Studien ging, die Frage stellt sich also, wie sich Hoffnung messen lässt. Eingesetzt wurde ein Fragebogen mit 12 Items, der Hoffnung in zwei Komponenten beschreibt – (erstens) eine Landkarte, die Wege zu eigenen Zielen beschreibt (im Original: „a map or pathway to get what you want“) und (zweitens) die Motivation und Stärke, diesen Weg auch zu gehen. Hoffnung ist, wenn man den Eindruck hat, zu wissen, wie sich im Leben etwas erreichen lässt und gleichzeitig der Wunsch da ist, das Wünschenswerte auch geschehen zu lassen. Hoffnung ist dabei etwas anderes als Optimismus, der sich als generalisierte Erwartung beschreiben lässt, dass „es schon gut gehen wird“. Exemplarisch aufgezeigt wurde die Bedeutung der Hoffnung durch eine Studie an 97 Erwachsenen mit AMD (altersbedingte Makuladegeneration, s.dazu Therapiemöglichkeiten bei Macula-Degeneration und Infos zur AMD) und ähnliche Krankheiten, die das Augenlicht betreffen, die meisten davon waren über 60 Jahre alt. Hoffnung und Depression wurden nicht nur bei den Patienten, sondern auch beim Pflegepersonal gemessen. Dabei ergab es sich, dass die Pflegenden mehr depressive Symptome zeigten, wenn die Patienten depressiv waren – hoffnungsvolle Pflegekräfte hatten dagegen weniger depressive Symptome und das auch dann, wenn ihre Patienten depressiv waren. Die hoffnungsvollen Pflegekräfte zeigten außerdem eine höhere Lebenszufriedenheit und fühlten sich weniger belastet. „Hoffnung scheint für Pflegekräfte ein Schutzfaktor zu sein“, so Cheavens’ Schlussfolgerung.
Zur Frage, wie sich Hoffnung entwickeln lässt, erprobten Cheavens et.al. ein Behandlungskonzept
zur „Hoffnungstherapie“. Dabei wurden über Flugblätter und Anzeigen Versuchspersonen angeworben, an wöchentlichen Treffen teilzunehmen, die dazu dienen sollten, persönliche Ziele zu erreichen.
Ausgewählt wurden dann Personen, die nicht an einer Depression oder einer anderen psychischen Störung erkrankt waren, sondern sich einfach mit ihrem Leben unzufrieden fühlten. Für diese
Entscheidung gab es einen Grund: „viele Menschen, die eine Therapie aufsuchen, erfüllen nicht die klinischen Kriterien für eine Depression oder eine andere psychische Störung; wer sich darauf
konzentriert, was mit diesen Menschen nicht stimmt, wird nicht viel erreichen“, so Cheavens. „Hoffnungstherapie setzt an den Stärken an, unterstützt die Entwicklung dieser Stärken. Wir fragen
nicht nach den Schwächen sondern nach Möglichkeiten, wie sich das menschliche Potential entfalten lässt.“ (Kommentar von meiner Seite: dieser Ansatz lässt
sich auch als ressourcenorientiert bezeichnen).
Die ausgewählten Versuchspersonen wurden in zwei Gruppen aufgeteilt. Die Hälfte von ihnen nahm an 8
zweistündigen Sitzungen teil, in denen hoffnungsrelevante Fertigkeiten eingeübt wurden. Inhalte waren Fertigkeiten, Ziele zu identifizieren, Wege zu finden, wie sie sich erreichen lassen sowie
Strategien der Selbstmotivation. Am Ende zeigte die Gruppe, die am Programm teilgenommen hatte, weniger depressive Symptome als die Kontrollgruppe. Hoffnung ist in vielfacher Hinsicht hilfreich,
es scheint also zu funktionieren: „we can teach people how to be more hopeful“ – auf Deutsch: Hoffnung lässt sich
lernen. Grundlage des Programms war dabei die Methode des „Lernens am Modell“ – aus der Analyse der Vorgehensweisen von Menschen, die mit ihrem Leben gut zurecht kommen, wurden
Strategien entwickelt, die sich anderen vermitteln lassen, die eben dieses nicht so gut können.
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