Vertrauen in Beziehungen

Veröffentlicht auf von Methusalem

Vertrauen in Beziehungen begegnet mir auf vielschichtige Weise immer wieder als Problem. Wem kann ich noch trauen, fragen die einen, wie kann ich meine Vertrauenswürdigkeit wieder gewinnen, die anderen. Manchmal nicht so direkt, aber meist mit schlechten Erfahrungen im Hinterkopf. Die Antworten gehen entsprechen in zwei Richtungen - auf der einen Seite hin zu konkreten Möglichkeiten, die Vertrauenswürdigkeit anderer zu prüfen, auf der anderen hin zu konkreten vertrauensbildenden Massnahmen, die die eigene Vertrauenswürdigkeit glaubhaft machen können.

Der einfachste Gedanke dabei ist: sag die Wahrheit. Vertrauen wächst aus guten Erfahrungen - wer gute Absichten äußert und auch entsprechend handelt, gewinnt an Glaubwürdigkeit, wer immer wieder lügt, Behauptungen aufstellt, die einer kritischen Prüfung nicht standhalten, verliert sie. Vertrauen ist ein Geschenk und stellt oft so etwas wie einen "Vorschuss" dar - wird aber erst stabil, wenn sich zeigt, dass die Dinge wirklich so sind, wie sie dargestellt werden.

Der zweite Gedanke ist: sei geduldig, lass dir Zeit. Wahrhaftigkeit überzeugt, wer konstant bleibt, kann langsam das Vertrauen gewinnen, Zweifel ausräumen und Misstrauen zum Verschwinden bringen.

Der dritte Gedanke: ein gewisses Mass an Skepsis ist angebracht und gesund, dient auch dem Selbstschutz. Anderen eher langsam und stufenweise mehr von sich anzuvertrauen ist ein Weg, zu überprüfen, ob der Boden stabil ist - ob das Vertrauen geschätzt und gewürdigt wird oder ob es missbraucht wird. Was dann übrig bleibt, ist das Vertrauen zu jenen Menschen, die es wirklich verdient haben.

Veröffentlicht in Beziehungsfähigkeit

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iphigenie 03/25/2009 09:37

Wie geschrieben, ich lese mich hier mal durch. Beziehungsfähigkeit ist eines der Themen die mich im Leben, der Erziehung meiner Kinder zu ebensolchen vertrauenswürdigen Menschen, sowie in meiner Ausbildung beschäftigen. Auch das Vertrauen zum Klienten und umgekehrt in der therapeutischen Beziehung, dem der sich sich mir anvertraut. Passend finde ich den Ansatz oder Satz;-): Denke an einen Menschen in deinem Leben, der "dich gesehen" hat. lg Manuela

Methusalem 03/25/2009 19:51


Das Thema "Beziehungsfähigkeit" ist auch so ein Feld, in dem ich irgendwo hängen geblieben bin... es ist unerschöpflich, wenn man die Frage stellt, was das eigentlich ist. Etwas Konkretes,
Handfestes ist gar nicht so leicht zu erarbeiten, weil es umso komplizierter wird, je länger man darüber nachdenkt... Und die Beziehungsanalyse von Thea Bauriedl ist einfach ein schwieriges Buch...
bringt aber interessante Denkanstöße. Da gibt es noch viel zu tüfteln...  lg Rolf