Männer, Frauen und Gesundheit

Veröffentlicht auf von Methusalem

Interessante Fakten finden sich in verschiedenen Artikel in der ZEIT: erstmal werden Frauen in Deutschland im Schnitt 5 Jahre älter als Männer (82 Jahre gegenüber 77 Jahre), das Gesundheitsverhalten unterscheidet sich deutlich. Im Artikel zum "Eva-Faktor" werden die Unterschiede beschrieben. Frauen machen sich mehr Gedanken über Ernährung und Gewicht, gehen häufiger zum Arzt. Männer gehen mehr Risiken ein, sprechen selten über Gefühle, über ihren Körper, Gesundheit und Essen. Jungen müssen "groß und stark" werden, und das scheint sich mit der Fürsorge um die eigene Psyche und den eigenen Körper nicht zu vertragen. Frauen sind häufger krank, Männer dafür länger. Gesellschafliche Veränderungen, aber auch persönliche Krisen können die Lebenserwartung reduzieren, wer länger leben will, geht als Mann am besten - ins Kloster. Frauen haben häufiger ein stützendes soziales Netzwerk. Unter 25 Jahren denken die Männer, es sei nicht nötig, über ein gesundes Leben nachzudenken, über 45 denken sie dann, jetzt ist es eh zu spät...Männer sterben deutlich häufiger als Frauen an Unfällen, Selbstmord oder durch Gewalt. Als Rentner habe sie häufig keine Freunde und keine Ziele mehr.

Soweit das Wichtigste in aller Kürze...

Ein knapper Vergleich zu Stärken und Schwächen findet sich ebenfalls in einem Artikel.

Nehmen wir von beiden Seiten das Beste, ohne die Unterschiede zu verwischen: sich über die eigene Gesundheit Gedanken zu machen, ist etwas Wertvolles und es ist nicht einzusehen, was daran "unmännlich" sein soll. Freundschaften zu pflegen und ein soziales Netzwerk aufzubauen ist ebenfalls wertvoll, Männerfreundschaften können und dürfen sich dabei aber auch von den Muster unterscheiden, die Frauen pflegen. Das Streben nach Autonomie und Kontrolle bei Männern mag den Gang zum Arzt seltener machen, kann dem Bemühen um die eigene Gesundheit aber auch eine Richtung geben - als geschlechtsspezifische Gesundheitskompetenz gehört dazu vor allem der bewusstere Umgang mit Risiken. Das größte Problem aber, jenes Feld, in dem Männer wirklich großen Lernbedarf haben, stellt wohl der Umgang mit Gefühlen dar. Exemplarisch ist hier die Reaktion von Mr. Spock auf die Frage der weiblichen Computerstimme: "wie fühlen Sie sich?". Seine Antwort: "Ich verstehe diese Frage nicht". Dass Männer anders fühlen als Frauen stelle ich einfach mal als Annahme in den Raum, ebenso die Behauptung, dass sie anders mit Gefühlen umgehen und manchmal deutlich weniger Worte darum machen. Feminisierung kann dann nicht die Richtung sein - Männer brauchen ihre eigenen Formen. Vielleicht ist es einfach an der Zeit, Männlichkeit neu zu denken und deutlich zu machen, dass "mann" sich um seine Gesundheit sehr wohl Gedanken machen darf.

Veröffentlicht in Prävention

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