Einer Studie der APA (American Psychological Association) zufolge fühlen sich drei Viertel der Amerikaner überlastet, schlecht bezahlt, machen sich Sorgen um die Sicherheit ihres
Arbeitsplatzes und das Geld. Dass es auch anders geht, zeigen fünf große Unternehmen, die in die Gesundheit ihrer Mitarbeiter investieren. Die von der APA ausgezeichneten Unternehmen weisen eine
durchschnittliche Fluktuationsrate von 11 Prozent der Mitarbeiter aus - während im US-Durchschnitt sonst 40 Prozent der Mitarbeiter im Laufe eines Jahres wechseln. 21 Prozenten erlebten
chronischen Stress am Arbeitsplatz - im Vergleich zu 34 Prozent im Bundesdurchschnitt. Gegenüber der durchschnittlichen Quote von 66 Prozent der Arbeitnehmer, die mit ihrer
Arbeit zufrieden sind, sind es bei den ausgewählten Unternehmen 80 Prozent.
David Ballard (APA) erklärt dazu, dass es darum gehe, Arbeitsplätze so zu gestalten,
dass sie die psychische Gesundheit fördern, die Leistung verbessern und insgesamt ein Arbeitsumfeld zu schaffen, in dem die Mitarbeiter und die Organisation gedeihen können. Außerdem zeigte sich
bei den ausgewählten Unternehmen auch ökonomischer Gewinn - Kosteneinsparungen ergaben sich in der Verwaltung, die Produktivität der Unternehmen erhöhte sich um bis zu 51 Prozent, gleichzeitig
ging die Zahl der Verletzungen im Unternehmen um 30 Prozent zurück.
Zu den Massnahmen zur Förderung der psychischen Gesundheit gehören zum Beispiel:
- Beteiligung der Arbeitnehmer
- Gesundheit und Sicherheit
- Mitarbeiterförderung (Personalentwicklung)
-
Work-Life-Balance (Balance zwischen Beruf und Privatleben)
- Anerkennung der Mitarbeiter
- Mitbestimmung bei
Unternehmensentscheidungen
- Qualifizierung und Entwicklung der Führungskräfte
- flexible Arbeitszeitregelungen
-
Programme zur Förderung einer gesunden Lebensweise
Unter www.phwa.org lassen sich nähere Infos zur Gestaltung eines "psychologisch gesunden Arbeitsplatzes" abrufen. Dabei ist es wichtig, die einzelnen Bausteine
an das jeweilige Unternehmen anzupassen. Bei der Gestaltung von Programmen zur Förderung der psychischen Gesundheit spielt die Unternehmenskommunikation eine bedeutende Rolle - wobei in den
näheren Ausführungen zum Thema nicht nur die Kommunikation "von oben nach unten", sondern auch "von unten nach oben" genannt ist.
Mitarbeiter brauchen Gelegenheiten, ihre Arbeitsbedürfnisse, Anliegen, Wertvorstellungen und Meinungen zu äußern. Führungskräfte sollten ihre Mitarbeiter darin unterstützen, ihre Stärken zu
erkennen und herauszufinden, wie sie in ihrer Arbeit die besten Ergebnisse erzielen können.
Im Bereich Gesundheitsförderung geht es um Massnahmen zur Sicherheit am
Arbeitsplatz, um das Erkennen von Gesundheitsrisiken, Beratungsangebote, Erholung und Stressbewältigung usw..
Prinzipiell stellt sich die Frage, ob sich die
Vorschläge und Zusammenhänge, die sich in den USA zeigen, so ohne weiteres auf die Verhältnisse in Europa übertragen lassen. Ökonomisch denkende Unternehmer werden aber spätenstens dann bereit
sein, etwas für die psychische Gesundheit ihrer Mitarbeiter zu tun, wenn sich die Bemühungen eben auch finanziell lohnen.
Gesunde Mitarbeiter, das bedeutet: höhere
Produktivität, weniger Krankheitsausfälle und insgesamt geringere Kosten, die durch Krankheit entstehen. Sinken die Sozialversicherungsbeiträge, profitieren alle
davon.
Grund genug vielleicht, über diese Dinge nachzudenken.
Quelle im Original: Medical News Today, 13.03.2008
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