Wednesday 13 february 3 13 /02 /Feb. 18:07

Ein Beispiel soll verdeutlichen, was es mit der Suche und dem Nachdenken über Schemata auf sich hat... Thomas, 13 Jahre und schüchtern, möchte unbedingt "cool" sein und irgendwie "anerkannt" sein. Er trifft sich mit älteren "Kumpels", die ihm schließlich einen Joint anbieten. Das Angebot, das ist der Reiz (oder "Stimulus" in der Verhaltensanalyse). Die Organismusvariablen beschreiben, was im Innern des 13-Jährigen vor sich geht... nimmt er an und raucht den Joint oder nicht...
Sagt er sich "einmal ist keinmal", "die anderen machen es auch", "das gehört einfach mal dazu" haben wir Beispiele für kognitive Schemata, die den Erstkonsum fördern. Affektive Schemata beziehen sich auf Gefühle: Neugier, aber auch Unsicherheit, Angst, den coolen Kumpels ein Nein entgegenzuhalten können hier eine Rolle spielen. Motivationale Schemata: das Motiv, dazuzugehören, Anerkennung zu finden wird eher den Anschluss und das Mitmachen fördern. Instrumentelle Schemata - wenn Thomas schon Zigaretten geraucht hat wird der Joint auch nicht so schwer sein, vielleicht erstmal vorsichtig ziehen, damit er sich nicht durch Husten blamiert... Kontrollschemata - "ist das nicht verboten?"... spielt das eine Rolle... die Kumpels werden schon ihren Teil dazu beitragen, um ihm klar zu machen: du darfst! (Ich nenne das ein 'Permissionsschema'). 
Und dann... ist der erste Kontakt mit Drogen beschlossene Sache. Und dann nochmal und nochmal und nochmal, Entzugserscheinungen, irgendwie fehlt was, also weiter konsumieren bis zur Abhängigkeit... 

So einfach ist das, so schnell geht das. 

Oder anders: Thomas ist ein bisschen schlauer und weiss, das ein Joint eben nicht harmlos ist, ihn abhängig machen wird. Er könnte sich sagen, dass es die Sache nicht wert ist, auch wenn es im Moment "toll" sein mag. Sich andere Freunde suchen, woanders Anschluss suchen und auf die Kunstfertigkeit im Umgang mit dem Bong verzichten, weil er mit seinem Leben etwas Besseres anzufangen weiss. Echte Gefühle der Pseudogelassenheit unter dem Einfluss von Cannabis vorziehen. Und so weiter...

Dann sind andere Schemata wirksam und genau darum geht es im Prinzip.

Dasselbe lässt sich auch am Beispiel Alkohol durchdenken - allein die Information, dass Alkoholeinfluss früher oder später zum Kontrollverlust führt und das Komasaufen tödlich ausgehen kann, könnte genügen - wenn ein gewisses Mindestmass an vernünftigem Denken im Bewusstsein gerade mal präsent ist...

von Methusalem - veröffentlicht in: Suchttherapie - Community: Gesundheit
Kommentar hinzufügen - Kommentare (15)ansehen
Zurück zur Startseite

Zuletzt gelesen

Tag cloud: Links

Über diesen Blog

Stichwortsuche im Blog

Feeds

  • RSS-Feed der Artikel

Zitat

Zitat von philosophenlexikon.de

 

 

 Psychosophie

Kalender

September 2014
M T W T F S S
1 2 3 4 5 6 7
8 9 10 11 12 13 14
15 16 17 18 19 20 21
22 23 24 25 26 27 28
29 30          
<< < > >>

Neueste Kommentare

Blogverzeichnisse

 Pagerank  webrangliste.ch - Pagerank Anzeige ohne Toolbar Google® PageRank®
 Feedleser  
bloggerei.de - deutsches BlogverzeichnisBlog Top Liste - by TopBlogs.de
blog-o-rama.deDeutsches Blog Verzeichnis 
Bloggeramt.de Blogverzeichnis
Blog ButtonBlogkatalog 
Blog-WebkatalogBlogPingR.de - Blog Ping-Dienst, Blogmonitor 
blogoscoopRSS Newsfeeds Verzeichnis RSS-Scout - suchen und finden 
Listiger Bloganzeiger
TopOfBlogs

Diese Seite zu Favoriten.de hinzufügen      Add to Google
Add to Technorati Favorites        Diese Seite zu Mister Wong hinzufügen 
fiid.de Overblog Suche
Handy mit Zugabe
Statistiken ab 26.2.2008

disclaimer

Erstellen Sie einen Blog auf OverBlog - Kontakt - Nutzungsbedingungen - Werbung - Missbrauch melden - Impressum - Artikel mit den meisten Kommentaren