Rahmenkonzept zum Lebensentwurf

Veröffentlicht auf von Methusalem

Anmerkung: 
Das Rahmenkonzept für die Ausarbeitung eines individuellen Lebensentwurfs ist ein Vorschlag. Im Laufe des Lebens kann und muss sich auch der Lebensentwurf ändern. Die Art und Weise, wie ich mich selbst wahrnehme und verstehe, wird sich ändern, Werte können sich verändern, in ihrer Bedeutung an Gewicht gewinnen oder verlieren, die Ziele werden sich ändern und die Themen, die jeweils im Vordergrund stehen, ebenfalls. Wer sich von Zeit zu Zeit mit dem eigenen Lebensentwurf beschäftigt, kann feststellen, dass sich bestimmte Themen wie ein roter Faden durch das Leben ziehen. Der Lebensentwurf ist dann eine Hilfe, für sich selbst herauszufinden, wie das Leben aussieht, das "mir in meinem tiefsten Innern entspricht". Es ist ein schwieriges Unternehmen, das viel Zeit und Nachdenken erfordert. Ein Ansatz für Menschen, die ihr Leben nicht auf Sand aufbauen wollen. Menschen, die etwas erreichen wollen. Anlass für die Entwicklung des Konzepts war nicht nur das Bemühen um Klarheit über mich selbst, sondern auch die Beobachtung, dass Menschen in Krisen geraten und dort erkennen können, dass sie mit ihrem Lebensentwurf gescheitert sind - und dann stellt sich die Frage, ob sich aus der Trauer über das Misslungene oder Nichtmehrmögliche eine Herausforderung entwickeln lässt, die da heisst: das Leben fordert eine neue Sinngebungsleistung von mir. Sich selbst neu bestimmen bedeutet dann, das eigene Leben neu zu entwerfen.


Kernthesen
Wie sehe ich mich selbst? 
Wer bin ich, was bin ich und was ist mir grundsätzlich wichtig?

Werte
Was sind meine Werte und was bedeuten sie für mich?

Ziele
Warum sind mir die Dinge wichtig, die mir wichtig sind?
Was will ich erreichen?
Was sind dabei Richtungsziele?
Was sind langfristige, mittelfristige, kurzfristige Ziele?
Passen meine Ziele zueinander, bilden sie eine Einheit oder bestehen Spannungsfelder und Konflikte?

Motivation
Was motiviert mich, meine Ziele anzustreben, meine Werte zu verwirklichen, meine Aufgaben wahrzunehmen?


Handlungsfelder
Welche Struktur hat mein Leben?
Welche Handlungsfelder sind für mich wichtig?
Welche Aufgaben stellt mir mein Leben in den einzelnen Handlungsfeldern?
Welche Aufgaben stelle ich mir selbst? 

Meine Lebensgeschichte
Wie kann ich die Phasen meines Lebens beschreiben?
Wie könnten die Überschriften für die Kapitel im "Buch meines Lebens" lauten?
Welche Erinnerungen möchte ich mir bewahren, was habe ich an Lehren aus meinen Erfahrungen gezogen, welche zentralen Einsichten gewonnen?

Lebensthemen
Welche Themen ziehen sich wie ein roter Faden durch mein Leben? 
Was denke ich über diese Themen?

Realität
Wie nehme ich meine Realität in der Gegenwart wahr? In welcher Welt lebe ich?
Welche Bereiche interessieren mich, was beschäftigt mich, womit möchte ich mich auseinandersetzen?

Meine Rollen
Welche Rollen "spiele" ich im Moment? Wie kann ich und wie will ich sie gestalten?

Zukunftsperspektiven
Wie könnte meine Zukunft aussehen? 
Welche Visionen, welche Perspektiven sind möglich?
Was möchte ich gern erreichen, in der nahen Zukunft, in den nächsten Jahren?

Mein Lebenswertgefühl
Was gibt meinem Leben Sinn und vermittelt mir die Erfahrung, ein echtes und wertvolles Leben zu führen? 


Schlussbemerkungen
Ein Entwurf ist ein Entwurf und nicht das Leben selbst. Der Lebensentwurf kann, soll und muss stets ein Entwurf bleiben, ist vielleicht zunächst eine Ansammlung von Fragmenten, die sich im Laufe der Jahre ordnen. Die Fragen sind schwierig und die Antworten nicht leicht zu finden. Bei allem Nachdenken sollte eines nicht vergessen werden: das Leben selbst. Alles, was nicht gelebt wird, was als Idee nicht Wirklichkeit zu werden vermag, bleibt Theorie, Gedanke, Fantasie. Einen Lebensentwurf zu entwickeln, dazu gehört auch der Mut zum Träumen. Wer aber nicht den Mut zum Träumen hat, der hat auch nicht die Kraft, an einer Zukunft zu arbeiten, in der und für die es sich zu leben lohnt.


Veröffentlicht in Lebensentwurfarbeit

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