Depression (Exid)

Veröffentlicht auf von Methusalem

...ich ziehe geschichten an wie kleider... schrieb max frisch in seinem buch "mein name sei gantenbein"... ich ziehe störungen an wie kleider - das ist exid oder: experimentelle identifikation, zur nachahmung nun wirklich nicht empfohlen... zu gross die gefahr, nicht mehr herauszufinden, aber wie besagt ein persisches sprichwort? 'wer nie allein durch den wald gegangen ist, kann niemanden hindurchführen'... novemberkälte also, wenig licht und sonne, trübe der himmel und ein leichtes, trübe im gemüt zu werden... das schwere aus der geschichte, traurigkeit über das misslungene, misserfolge, die sich aufblähen lassen bis zur überzeugung völligen versagens... da bleibt immer weniger positives, immer weniger grund zur freude... vereinfachen, um intensiver zu spüren, in der verallgemeinerung doch sicherheit zu finden und den schluss zu rechtfertigen, dass alles sinnlos ist... vor allem: begraben, was hoffnung nähren könnte, das schmerzhaft ersehnte und geliebte in weite ferne rücken, unnahbar also... kontakt vermeiden, wo immer es geht, rückzug nach innen, um den letzten rest unverwundbarkeit in der sonst verletzten seele zu retten... todessehnsucht, wenn das unerträgliche sich steigert, in wellen aus passiver hingabe und schmerzhafter bewegung im kreis, ohne richtung und ohne chance, aus einem gedanken eine handlung ableiten und vollziehen zu können... gedanken, die einfach nur dem pfad des fühlens folgen, ohne das fühlen selbst verändern zu können... schließen dann, was als kreis sich öffnen könnte, denn begegnung könnte verändern, verletzen, herausfordern, macht also angst... einfrieren den status quo, als unveränderlich definiert und somit zeichen und beweis der eigenen unfähigkeit und unzulänglichkeit, die schon immer war und sich nie verändern wird... zirkulär schließlich die prozesse, die sich in entwertenden gedanken manifestieren, immer neu bestätigen, was bald zur inneren überzeugung, zum unumstösslichen dogma wird... niemals handeln, niemals lächeln, den blick senken, voller scham, demut und verzweiflung... getragen von der einsicht, dass es keinen ausweg gibt...

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