Mittwoch, 25. juni 2008

Immer wieder mal gibt es Kommentare mit dem Hinweis, dass da zwar etwas geladen wird, aber nichts zu hören sei.

Für das Abspielen der Podcasts und Musikstücke ist der Adobe Flash Player nötig, den es kostenlos gibt und zwar hier.

Den Player habe ich inzwischen mit mehreren Browsern getestet, er funktioniert beim Internet Explorer, beim Mozilla Firefox, Safari und Opera. Nach der Installation den Browser neu starten, wenn das Stück geladen ist, müsste es funktionieren - sofern eine Soundkarte vorhanden und mit Software und Treibern richtig installiert ist.

von Methusalem veröffentlicht in: Musik Community: Wellness und Gesundheit
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Dienstag, 24. juni 2008

Sensibilität in allen Ehren - ein Waschlappendasein ist nicht das Ziel reifer Männlichkeit. Um es auf den Punkt zu bringen: Männer müssen auch etwas aushalten können. Eines ist auffällig: Kinder, die von ihren Eltern verwöhnt werden, die kein noch so geringes Wehwechen aushalten können, die alles bekommen, was sie wollen, wenn sie nur laut genug schreien, sind geradezu prädestiniert, eine Suchterkrankung zu entwickeln. Alkoholiker und Drogenabhängige sind sehr häufig sensible Menschen, bei Männer fehlt meist ein Vorbild. Mit "Vorbild" meine ich damit nicht ein Modell "besonders harter Männlichkeit", sondern einen Mann, der eben auch mit "weichen" Gefühlen umzugehen weiss, ohne sich dabei einfach hängenzulassen und im Selbstmitleid zu baden.

Grund genug also, über die männlichen Vorbilder in der Gesellschaft nachzudenken, Grund genug zu fragen, woran sich junge Männer orientieren können, wenn sie den Wert ihrer Gefühle erkannt haben und danach fragen, was sie nun mit diesen "Dingern" anfangen sollen. Da Bedürfnis, mit Suchtmitteln Gefühle "wegzumachen", weil sie nicht bewältigt werden können, ist mit genauerer Kenntnis der Hintergründe zwar nachvollziehbar - es zeigt aber auch das Problem auf, dass hier eine Tradition fehlt, die dem reifen Umgang mit Gefühlen eine feste Form verleiht. Dürfen Männer traurig sein? Dürfen Männer weinen? Dürfen Männer auch andere Gefühle zeigen als Aggression? Was ist eigentlich Stärke, wenn es um Gefühle geht? Wie gehen Männer mit Schmerzen um? Darf ein Mann auch einmal unsicher sein? Nicht zuletzt: was ist eigentlich Ehre, was ist Stolz?

Männer und Gefühle, Sensibilität und emotionale Stärke - das scheint ein Entwicklungsland zu sein, voller Fragen und Entdeckungen...

von Methusalem veröffentlicht in: Gefühle Community: Wellness und Gesundheit
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Dienstag, 24. juni 2008

Rückfälle bei Abhängigkeitserkrankungen beschäftigen mich jetzt schon seit vielen Jahren. In der Fachliteratur finden sich verschiedene Modelle zum Rückfallgeschehen, die typische Phasen beschreiben. Wesentlich interessanter aber ist die Analyse realer Rückfallprozesse, die eine Reihe von Schlussfolgerungen nahelegen. Die nähere Betrachtung zeigt dabei recht unterschiedliche Verläufe und Problembereiche auf - und die Einsicht, dass es oft bereits bis zu 2 Monate vorher Warnsignale gab, die einen Rückfall hätten verhindern können. Vorausgesetzt eben, sie werden erkannt und entsprechend berücksichtigt.

Rückfälle gehören zur Abhängigkeitserkrankung und bedeuten nicht, dass die Therapie "sinnlos" war.

Die Sichtweise und der Umgang mit Rückfällen hat sich in der stationären Entwöhnungstherapie verändert. Die Zeiten, in denen die "disziplinarische Entlassung nach Rückfall" sehr häufig war, sind vorbei. Auch dann, wenn Rückfälle im Verlauf der Therapie stattfinden, wird meist die Chance gelassen, die Therapie fortzusetzen. Dabei wird jedoch meist vorausgesetzt, dass die prinzipielle Bereitschaft zur Abstinenz gegeben sowie die Therapiemotivation vorhanden ist.

Ein Rückfall ist kein Zufall, kein Schicksal und niemals unausweichlich.

Auch wenn es manche so beschreiben ("... und da kam es plötzlich über mich und ich musste was trinken") geht jedem Rückfall etwas voraus: mit dem Begriff der "scheinbar unbedeutenden Entscheidungen" sind viele kleine Prozesse beschrieben, die eine langsame Annäherung an den erneuten Konsum nach sich ziehen. Die Bestandteile dieser Prozesse lassen sich meist recht gut herausarbeiten, als zusammenfassendes Modell verwende ich hier den Begriff der "Permissionstriade", den ich noch einmal gesondert beschreiben möchte. Zusammengefasst geht es um einen inneren Prozess, der darauf hinausläuft, sich einen erneuten Konsum zu "erlauben".

Suchtrelevante Schemata

Die Auswertung von Rückfallanalysen zeigt eine breite Palette von suchtrelevanten Schemata auf. Welche davon wirksam werden ist individuell verschieden. Es können unangenehme Gefühle sein, die einem Rückfall vorausgehen, Situationen, die ohne Suchtmittel scheinbar nicht zu bewältigen sind, aber auch Leichtsinn und Übermut, ein zu hohes Mass an Sicherheit. Ich vergleiche diese Prozesse gern mit den Problemen eines Diabetikers - wenn der Blutzuckerspiegel gut eingestellt ist, kann nicht sehr viel passieren, ein Diabetiker muss aber auch ständig darauf achten. Bei Süchtigen geht es mehr um das emotionale Gleichgewicht, das ständiger Aufmerksamkeit bedarf. Das Suchtgedächtnis produziert gewissermassen regelmäßig in ganz bestimmten Situationen den Wunsch nach erneutem Konsum - während der Aufarbeitung eines Rückfalls geht es darum, diese Muster zu identifizieren und Alternativen zu entwickeln.

Verdeckte Rückfälle

Verdeckte Rückfälle sind ein Sonderproblem - wenn nach einem Rückfall verheimlicht und vertuscht wird, ist der therapeutische Prozess unterbrochen und es besteht die Gefahr, dass das süchtige Verhalten mit fortgesetztem Konsum mit aller Macht zurückkehrt. Nach längerer Abstinenz wird ein Rückfall schnell lebensgefährlich, weil der Körper entwöhnt ist und schnell eine Überdosis erreicht ist. Ein Rückfall kann also auch tödlich ausgehen - und das gilt nicht nur für die harten Drogen sondern auch für Alkohol. Rückfälle anzusprechen und aufzuarbeiten ist wirklich notwendig - und wenn sie nach einer stationären Therapie geschehen, ist professionelle Hilfe sehr wichtig. Die Entscheidung, dann eine Auffangbehandlung anzuschliessen ist die bessere Alternative gegenüber dem Versuch, "irgendwie allein damit fertig zu werden".

von Methusalem veröffentlicht in: Suchttherapie Community: Wellness und Gesundheit
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Sonntag, 22. juni 2008

Juhu, mein Kompositionsprogramm läuft wieder... wenigstens einigermaßen. Tobi... fiel mir eben so ein, eher so für nebenbei, als Klangteppich zum Entspannen gedacht.

von Methusalem veröffentlicht in: Musik Community: Wellness und Gesundheit
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Freitag, 20. juni 2008

Was scheinbar harmlos beginnt, endet meist im Abseits: Jugendliche, die anfangen, Drogen zu konsumieren, schließen sich bestimmten Gruppen an oder konsumieren, weil die Bezugsgruppe konsumiert. Sich über die Folgen klar zu werden, dauert meist seine Zeit - und zuerst zeigt sich in der Suchttherapie eben auch das typische Szenenverhalten, das so selbstverständlich wird, dass neben der Abstinenzentscheidung eine weitere Entscheidung notwendig wird. Ich nenne das die Integrationsentscheidung, sie bezieht sich darauf, in die Gesellschaft hineinfinden zu wollen.

Bei illegalen Drogen ist der Weg in die kriminelle Szene nicht weit - spätestens dann, wenn Beschaffungskriminalität notwendig wird, um den Drogenkonsum zu finanzieren.

"Szene" bedeutet die Missachtung elementarster Regeln des menschlichen Zusammenlebens, gelegentlich mit den "drei grossen T" bezeichnet: Täuschen, Tarnen, Tricksen. Ehrlich ist gefährlich, zugegeben wird nur das, was schon zweifelsfrei bewiesen ist, mit allen möglichen Tricks wird beschummelt und gemogelt, bis die Vertrauenswürdigkeit so gründlich zerstört ist, dass sich auch Freunde und Verwandte abwenden.

Eltern leiden sehr stark darunter, wissen irgendwann nicht mehr, wie sie mit der gesamten Problematik umgehen sollen, müssen oft genug mit ansehen, wie der eigene Sohn oder die eigene Tochter in Handschellen abgeführt wird. Das Szeneverhalten folgt sehr wohl bestimmten Regeln - ein typisches Muster dabei sind Schonverträge: "ich weiss was von Dir, Du weisst was von mir, wir beide halten den Mund". Solche Muster werden dann auch munter im Rahmen der Suchttherapie praktiziert, mit der Konsequenz, dass Therapeuten und andere "Vertreter des Systems" zu "natürlichen Feinden" werden, vor denen man sich hüten muss. Es könnte ja hier und da eine Regelverletzung bekannt werden, Sanktionen drohen, die wirklich wichtigen Dinge müssen also immer "streng geheim" besprochen werden. Irgendwann gewöhnt man sich daran, dass eben "gezockt" wird, wo immer es geht.

Ärgerlich ist es trotzdem - all das bewusst zu machen, die Folgen aufzuzeigen und deutlich zu machen, wo das alles hinführt: in ein Leben am Rande der Gesellschaft, in dem die "Gesellschaftsfähigkeit" zunehmend verloren geht. Man kann es drehen und wenden, wie man will - die Drogenszene zeigt mit aller Deutlichkeit, wie wichtig die elementaren Prozesse sind, zu denen es eben auch gehört, den Sinn von Regeln zu verstehen, Verbindlichkeit einzuüben, für das eigene Verhalten Verantwortung zu übernehmen und ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, welche Konsequenzen das je eigene Verhalten hat. Präventiv gedacht bedeutet es auch, dass die Unterstützung beim Hineinwachsen in die Gesellschaft Lernprozesse in Gang setzt, die der Suchtentstehung und Suchtentwicklung entgegenwirken. Grenzen erkennen und respektieren, Rücksicht nehmen auf die Bedürfnisse anderer - was für viele "normale Menschen" selbstverständlich ist, gilt keineswegs für die Drogenszene. Irgendwann wird alles einfach gleichgültig. Manchmal frage ich mich, wie Eltern das eigentlich aushalten können, wenn ihre Kinder sich nichts mehr sagen lassen, nichts mehr einsehen wollen, als menschliches Gegenüber immer mehr entgleiten. Weiter gefragt: was läuft schief in unserer Gesellschaft, wenn solche Muster überhaupt entstehen und gedeihen können?

von Methusalem veröffentlicht in: Suchttherapie Community: Wellness und Gesundheit
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  • : Methusalem
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  • : 29.09.1962
  • : Nordrhein-Westfalen
  • : Mein Name ist Rolf Grießhammer, ich bin Diplom-Psychologe und Sprecherzieher. Sinn und Zweck meines Blogs ist es, im Dialog mit anderen Menschen an einer Zukunft zu arbeiten, in der und für die es sich zu leben lohnt.

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