Sonntag, 11. mai 2008

der geist  
der weht
wohin er will

wenn er nicht weht
dann ist es still
dann lässt er 
jeden geist in ruh

der ruhe im geist
schaut er dann zu

wohl dem
der sich auch wohl befindet
wenn es im geist
mal nicht so windet

denn weht der geist
wann immer er will
dann ist der geist
ja niemals still

dann weht's
obwohl der geist nicht will

bis dann wohl der geist
sich windet
damit er sich 
still
wohl 
befindet

von Methusalem veröffentlicht in: Poesie Community: Gedichte
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Mittwoch, 7. mai 2008
No comment. Einfach so.

von Methusalem veröffentlicht in: Musik Community: Wellness und Gesundheit
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Mittwoch, 7. mai 2008

Immer wieder einmal wird beklagt, dass Jugendliche sich immer häufiger ins Koma saufen. Die Forderung des Jugendforschers Klaus Hurrelmann, zur Not die Gesetze zu verschärfen und die Erklärung, im Elternhaus fehle die soziale Kontrolle, hat zwar ihre Logik, aber auch eine Lücke. Zumindest dann, wenn man sich auf die Darstellung im oben genannten Artikel beschränkt.

Wie steht es denn im Gesetz? Der Paragraph 9 im Jugenschutzgesetz ist hier recht eindeutig:

§ 9 Alkoholische Getränke


(1) In Gaststätten, Verkaufsstellen oder sonst in der Öffentlichkeit dürfen

1. Branntwein, branntweinhaltige Getränke oder Lebensmittel, die Branntwein in nicht nur  geringfügiger Menge enthalten, an Kinder und Jugendliche,
2. andere alkoholische Getränke an Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren weder abgegeben noch darf ihnen der Verzehr gestattet werden.


Ab 16 also ist Alkohol legal - und in welcher Form das Gesetz verschärft werden sollte, ist ungeklärt.
Ob es eingehalten wird, ist eine ganz andere Frage... Der Gedankengang über Vernunft, Verantwortung und Selbstkontrolle geht in eine andere Richtung. Und ich glaube nicht, dass es hier um etwas völlig Neues geht, eher darum, etwas bewusst zu machen, das tagtäglich geschieht und sich auch als soziale Kontrolle zeigt.
Das Prinzip: Informationen bereit stellen und Argumentationsstrategien entwickeln. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hat eine Zusammenstellung veröffentlicht, die auf die Problematik des zunehmenden Alkoholpegels aufmerksam macht.Dafür wird eben keine Werbung gemacht! Interessant ist eine Umfrage der DAK - 45% der Eltern befürworten ein generelles Werbeverbot für Alkohol. Es ist ein Teil des Ganzen, zeigt die Einseitigkeit, mit der das Thema Alkohol in der Öffentlichkeit und in den Medien dargestellt wird. Vernünftig ist, dieses einseitige Bild zu vervollständigen - die Möglichkeit, sich zu informieren, ist durchaus vorhanden. Fragen wir also nach den Gründen, warum Komasaufen "Mode" ist, dann greift ein Verbot der Alkoholwerbung zu kurz. Als Ursache kommt die Werbung ja nur dann in Betracht, wenn wir davon ausgehen, dass Jugendliche zu dumm sind, um die Einseitigkeit der Darstellung zu kommerziellen Zwecken nicht zu durchschauen. Schärfere Gesetze nützen nichts, wenn sich niemand daran hält.
Der Appell an die Vernunft richtet sich zunächst an die Erwachsenen - und das, was sie der nächsten Generation vorleben. In aller Ruhe darüber nachzudenken, was es mit dem Alkohol wirklich auf sich hat, sachlich zu informieren, wo die Gefahren liegen und darauf hinzuweisen, dass das Körpergewicht einen starken Einfluss auf die Wirkung des Alkohols hat - das sind Ansatzpunkte, den Sinn des Jugendschutzgesetzes zu verdeutlichen. Ich glaube nicht, dass Jugendliche nicht in der Lage sind, zu verstehen, wie problematisch Alkoholkonsum werden kann - schon eher, dass viel zu wenig Mühe darauf verwendet wird, diese Probleme fundiert und glaubwürdig zu diskutieren.
Dabei sein wollen, nicht als Schwächling dastehen, sich einmal so richtig austoben - das sind keine "neuen" Motive. Sie sind verständlich, ebenso wie die Entgleisungen, die auf einen Mangel an Selbstkontrolle zurückzuführen sind. Wer also bringt es jungen Menschen bei, sich selbst zu kontrollieren, in einer Gruppe, die das "binge drinking" toll findet, eine vernünftige Position zu vertreten und die Frage zu stellen, ob das wirklich eine gute Idee ist? Nüchtern betrachtet ist es kaum nachvollziehbar, was toll daran sein soll, mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert zu werden. Nüchtern betrachtet ist es ein Zeichen des Versagens, wenn es "die Erwachsenen von heute" nicht (mehr?) schaffen, der "Jugend von heute" zu vermitteln, dass es andere "Sportarten" gibt - und andere Möglichkeiten, in einer Gruppe Anerkennung zu finden. Der Appell an die Vernunft: Argumentation als Denksportaufgabe kann sich das Ziel setzen, den Verzicht oder (bescheidener) den begrenzten Konsum von Alkohol zu begründen und zu verteidigen. Als Anregung schlage ich einen Werbeslogan vor:

"Komasaufen? Nein danke! - Irgendwo hört der Spass auf"

Die Fähigkeit und die Rationalität, für sich selbst und für andere Verantwortung zu tragen, daraus Selbstkontrolle im eigenen Verhalten zu entwickeln und einzuüben - das sind Defizite, die in der Diskussion viel zu wenig beachtet werden. Schärfere Gesetze, mehr Verbote und mehr Strafen - fällt uns Erwachsenen wirklich nicht mehr, nichts Besseres ein? Die kritische Frage der Vernunft bezieht sich aber auch - und vor allem - auf jene, die für das Komasaufen plädieren und andere auch noch dazu animieren: fällt Euch da wirklich nichts Besseres ein? Komasaufen ist bescheuert.

 

P.S. Den neuen Drogebericht, Stand Mai 2008, gibt es hier als Download

von Methusalem veröffentlicht in: Prävention Community: Wellness und Gesundheit
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Mittwoch, 7. mai 2008

Neu entdeckt und als Denkanstoss empfohlen: der philosophische Gesundheitstest. Was sich dabei zeigen kann, sind inkonsistente Einstellungen, also innere Widersprüche, Einstellungen, die nicht so recht zusammenpassen. So ganz nebenbei - hat Gesundheit etwas mit Philosophie zu tun? Kognitive Therapieansätze beschäftigen sich mit Denkmustern, mit der Art und Weise, wie wir Ereignisse erklären, bewerten und dementsprechend auf sie reagieren. Der Gedanke liegt also nahe, dass es "gesunde" und "kranke" Einstellungen gibt. Etwas allgemeiner formuliert: es gibt Gedankengänge, die der Gesundheit förderlich sind und andere, die zumindest problematisch, wenn nicht gar Bestandteil einer psychischen Störung mit Krankheitswert sind. Im Wissenschaftsbetrieb wird in der Regel von einer Theorie gefordert, dass sie widerspruchsfrei ist. Widerspruchsfreiheit bedeutet dabei auch, dass sie mit empirischen Forschungsergebnissen übereinstimmen muss - auch wenn diese Beobachtungen nicht der Alltagserfahrung zugänglich sind. Wenn die Beobachtungen nicht mehr mit der Vorstellung vereinbar sind, dass sich die Sonne um die Erde dreht, muss irgend etwas faul sein...
Wissenschaft hin oder her - der Gedanke, dass auch "ganz normale Menschen" Theorien entwickeln, ist in der wissenschaftlichen Psychologie ja nicht mehr neu. Wenn man die Erkenntnis bestimmter Regelmässigkeiten als Grundbausteine der Theoriebildung akzeptiert, handelt es sich um einen Prozess, der bereits in frühester Kindheit beginnt. "Wenn ich lange genug und laut genug schreie, kommt jemand und kümmert sich um mich" - so könnte die Formulierung einer frühen Theorie lauten, die noch nicht einmal in Worte gefasst, nicht sprachlich ausgedrückt ist. Wenn sich solche Theoriebildungen mehr oder weniger automatisch entwickeln, ist es nicht verwunderlich, dass sich hier und da Widersprüche einschleichen. Der gesunde Verlauf der kognitiven Entwicklung müsste dann darin bestehen, neue Erfahrungen zu integrieren, das je eigene subjektive Theoriegebäude immer wieder zu überprüfen und anzupassen. Widersprüche, die Unsicherheiten und Zweifel auslösen, fordern also zum Nachdenken auf - mit dem Ziel, Dissonanz zu reduzieren.
Dort, wo es gelingt, innere Widersprüche aufzulösen, findet sich die alltagssprachliche Formulierung wieder, "mit sich selbst im Reinen zu sein". Innere Harmonie also ergibt sich aus Erkenntnissen, die Erfahrungen und subjektive Theorien schlüssig integrieren. Wahrheit und Gesundheit scheinen in gewisser Weise nahe beieinander zu liegen - wer dem Prinzip folgt, regelmässig Nahrung zu sich zu nehmen, verhält sich "gesund", weil damit ein natürliches menschliches Bedürfnis berücksichtigt wird. Die Entstehung "kranker" Einstellungen müsste also auf logische Widersprüche, auf problematische oder dysfunktionale Denkprozesse zurückzuführen sein. Das ist kein neuer Gedanke - in kognitiven Therapieansätzen sind typische Denkfehler im Zusammenhang mit Depressionen bereits ausgearbeitet worden. Methoden, die innere Widersprüche aufdecken können, sind also eine praktische Hilfe, die subjektiven Denkmuster abzuklopfen und vernünftig zu organisieren. Vernunft im Dienste der Gesundheit führt dann zu einer Lebensphilosophie, die sich der Suche nach Wahrheit verpflichtet und immer wieder neu Erfahrungen, Erkenntnisse und Beobachtungen integriert. Abzuschliessen ist dieser Prozess nicht - ein Ende der Wissenschaft ist nicht abzusehen. Weder im akademischen Bereich noch im nur scheinbar unwissenschaftlichen Alltag der "ganz normalen Menschen". Widersprüchlichkeit als existenzielles Phänomen abzuschaffen wird uns nicht gelingen - es bleibt die Aufgabe und Notwendigkeit, mit Widersprüchen in uns selbst, im Miteinander und in der Gesellschaft leben zu lernen. Ab und zu wird es recht angenehm sein, hier und da den einen oder anderen Widerspruch zu beseitigen - und sei es auch nur durch Toleranz, durch die Einsicht, dass man viele Dinge eben aus verschiedenen Perspektiven betrachten kann.

von Methusalem veröffentlicht in: Lebenskunst Community: Wellness und Gesundheit
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Dienstag, 6. mai 2008

 


Zeit hat man nicht, Zeit nimmt man sich.
Für Menschen oder Dinge, die wichtig sind.

Okay, das ist mein Statement. Es läuft darauf hinaus, nicht so sehr über Zeitmanagement nachzudenken, sondern mehr der Frage nachzugehen, was wirklich wichtig ist.


Aaaaber... was ist den eigentlich wichtig, für wen in welchem Zusammenhang und welcher Zeit und warum? Hat Zeit etwas zu tun mit der Wahrnehmung von Relevanz, ist jene Grundkategorie der Anschauung in ihrer Subjektivität bezogen auf die Zeitwahrnehmung relevant in unserer Zeit oder zeitlos relevant in der historischen Perspektive der Zeitwahrnehmung als elementarer Bestandteil dessen, was wir Nachhaltigkeit nennen?

Es soll ja bekanntermassen vorkommen, dass die Nachkommen mit dem Einkommen nicht auskommen, hilfreich mag sein ein Abkommen über das Vorkommens des Mit-dem-Einkommen-nicht-Auskommens zu treffen, aber wenn sie den Zuvorgekommenen dann vorhalten wollten, sie seien nicht nachhaltig genug gewesen, werden sie nur dazu kommen, wenn sie nicht vorher umkommen.

Die Zeit vergeht, sagen wir und scherzhaft: wer nicht mit der Zeit geht, geht mir der Zeit.
Aber die Allgegenwart der Zeit beschreibt ihre Unvergänglichkeit präziser als das Ticken der Uhr.

die zeit...

...mal scheint sie endlos lang
das warten macht uns angst und bang

und mal vergeht sie wie im flug
das darf nicht sein - das ist betrug!


ob sie wohl alle wunden heilt?
wenn sie da so still verweilt
und dann davonläuft, weilt sie eilt


mal drängt sie, mal ist sie nicht da
mal steht die uhr, mal läuft sie ja
so langsam, dass die ewigkeit
den zeiger wohl schon eingeweiht
in das geheimnis, schritt für schritt
uns nimmt sie immer wieder mit
von stund zu stunde
tag um tag


niemand fragt, ob ich das mag
dass einfach so die zeit verstreicht
ändern kann ich's nicht - also: nimm's leicht


die zeit wird eng, dann wieder weit
man gewöhnt sich dran
wohl mit der zeit

Vielleicht verleiht erst das Nachdenken über Nachhaltigkeit der Vergänglichkeit der Zeit ihre Dauerhaftigkeit und ist damit die Voraussetzung für die zeitnahe Gestaltung der Nachhaltigkeit - denn wenn sie nachhaltig in ihrer Relevanz betrachtet wird, wird die Zeit für die Menschen knapper und knapper... und dann könnte es sein, dass die Menschheit, die Zeichen der Zeit nicht ernst genug nehmend, völlig irrelevant im Kontext der kosmischen Zeitrelationen, mit der Zeit eben auch geht.
Und dann erst, wirklich, haben wir keine Zeit mehr, uns die Zeit zu nehmen, über Zeit und den sinnvollen Umgang mir ihr nachzudenken. Nachhaltig.

von Methusalem veröffentlicht in: Querbeet Community: Wellness und Gesundheit
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  • : 29.09.1962
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