Donnerstag, 19. juni 2008

Es ist im Prinzip einfach. Wenn man verstanden hat, was Selbstsicherheit bedeutet, wird auch einsichtig, dass man Selbstsicherheit lernen kann. Über die Frage, was Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl ist, kann man philosophieren und eine Menge an Theorien bemühen. Das ist zwar auch spannend, aber längst nicht so handfest wie die konkrete Arbeit am selbstsicheren Verhalten.

Naheliegend scheint es zu sein, Selbstsicherheitstraining als Methode einzusetzen, wenn jemand unsicher ist, nicht weiss, wie er oder sie sich verhalten soll. Selbstsicherheitstraining ist aber auch dann sinnvoll, wenn aggressive Verhaltensmuster vorherrschend sind und immer wieder zum Problem werden.

Was sich in Gruppen immer wieder zeigt, ist die Beobachtung, dass Unsicherheit in Aggressivität "kippen" kann, aggressives Verhalten also oft letzten Endes Ausdruck von Unsicherheit ist.

Selbstsicherheit hat etwas mit Wissen zu tun

Menschen, die sicher wirken, sich sicher fühlen, sind meist "Wissende" - Wissen vermittelt Sicherheit, vor allem dann, wenn es handfest, abgesichert und umsetzbar ist. Zum Wissen kommt das Können, das durch Übung und Erfahrung den besten Boden für die Entwicklung selbstsicheren Verhaltens darstellt. In der Abgrenzung wird deutlich, wie wertvoll das "Befähigen" für die Entwicklung der Selbstsicherheit ist - Unsicherheit als Wurzel vieler Probleme ist genauso wie Aggressivität oft eine Begleiterscheinung von fehlenden Fertigkeiten. Selbstsicherheitstraining ist eine Methode, durch Übung neue Fertigkeiten zu entwickeln bzw. vorhandene Fertigkeiten auszuarbeiten.


Konkrete Situationen

Zu den grundsätzlichen Situationstypen, in denen Sicherheit eine Rolle spielt, gehört das Bemühen um Kontakt (eine Variante ist das Muster "um Sympathie werben"), das Durchsetzen von Rechten und auch das Sich-Wehren, also Sich-selbstsicher-Behaupten, wenn Grenzen überschritten werden, Manipulationsversuche in den eigenen Entscheidungsraum eingreifen.


Rechte, Bedürfnisse und berechtigte Ansprüche

Wenn es um Rechte, Bedürfnisse und berechtigte Ansprüche geht, wird der Unterschied zwischen unsicherem und selbstsicherem Verhalten von aussen schnell erkennbar. Unsichere kennen ihre Rechte nicht oder nehmen sie nicht in Anspruch, stellen ihre Bedürfnisse eher zurück und verzichten auf viele Dinge, die ihnen im Prinzip zustehen würden. Sicherheit dagegen zeigt sich im Wissen um die eigenen Rechte, in der Klarheit, mit der eigene Ansprüche vertreten werden.


Aggressivität und Hilflosigkeit

Aggressives Verhalten als Gegenstück zur Selbstsicherheit tritt oft dort auf, wo Hilflosigkeit zur Sprachlosigkeit geführt hat - wenn die Argumente ausgegangen sind, scheint nur der aggressive Weg übrig zu bleiben. Im Umgang mit Ämtern und Behörden produziert dieses Muster eine Menge Ärger und führt regelmässig dazu, dass so mancher im Prinzip sinnvolle Antrag nicht bearbeitet oder schließlich abgelehnt wird. Sicherheit zeigt sich also auch in der Rücksichtnahme auf die Bedürfnisse anderer und berücksichtigt die Strukturen, in denen Ansprüche verhandelt werden.


Argumentieren und Verhandeln

Das Einüben von Argumentationsstrategien ist eine der effektivsten Methoden im Bereich des Selbstsicherheitstrainings - Sicherheit entsteht durch die Übung im Formulieren eigener Anliegen, im Begründen von Bedürfnissen, Wünschen und Zielen. Das Verhandeln schließlich zeigt das Bemühen um Lösungen, die nicht nur die eigenen Bedürfnisse berücksichtigt, sondern auch die Interessen und Anliegen anderer Menschen zur Kenntnis nimmt.

All das ist kaum mehr als eine grobe Skizze - dort aber, wo wir den Problembereichen Depression, Angst, Sucht und Gewalt etwas entgegensetzen wollen, müssen wir auch danach fragen, was wir für die Entwicklung selbstsicheren Verhaltens tun können. Eltern können sehr viel tun, um Kindern und Jugendlichen Hilfestellung und Rückendeckung zu geben, wenn es um Formalitäten und schwierige soziale Situationen geht. Lehrer und Ausbilder ebenfalls - alles, was zu einem gesunden Mass an Selbstsicherheit beiträgt, wirkt so ganz nebenbei auch präventiv.

von Methusalem veröffentlicht in: Psychotherapie Community: Wellness und Gesundheit
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Montag, 16. juni 2008

In einem Artikel bei GMX wird beschrieben, dass die Kosten für die Entgiftungen von Komasäufern in den letzten fünf Jahren auf das Doppelte gestiegen sind. Sorgen machen sich die Krankenkassen, die für jeden 540 Euro bezahlen müssen. Wovon wohl? Von den Krankenkassenbeiträgen natürlich...

Darüber wird auch im Anschluss an den Artikel diskutiert.

Ein paar Meinungen habe ich hier zusammengetragen:

  • "Fahrlässig oder gar grob fahrlässig verursachte Kosten sollten sowieso immer selbst getragen werden, oder müssen durch Zusatzversicherungen abgedeckt werden."
  • "...wo fängt man dann an und wo hört man auf? Müssen übergewichtige Menschen, die gern zu Cola, Pizza, Chips und Burgern greifen, demnächst ihre Herzbehandlungen selber zahlen?"
    "...vielleicht sollten diese Kinder und Jugendliche auch mal in der Reha oder im Krankenhaus arbeiten und sehen was mit dem Körper passiert wenn jahrelang Alkohol (oder Nikotin) missbraucht wurde."
  • - "...die Eltern belangen, denn die haben ja die Aufsichtspflicht in einigen Fällen bestimmt verletzt."
  • - "Vermutlich müsste man erstmal die Eltern stärken damit die Kinder zu starken Persönlichkeiten werden, die dann bei Problemen nicht zu Drogen oder Alkohol greifen."
  • - "Wenn man zu Hause keine Problemlösungsstrategien mitbekommen hat und die Eltern auch nur gelangweilt vor der Glotze hängen, glaubst Du die Jugendlichen kommen von selbst drauf sich Perspektiven zu suchen? Ein paar bestimmt aber viele eben auch nicht."
  • - "Ich glaube auch, daß viel daran liegt, daß wir Erwachsenen es vorleben."
  • - "Alkohol müsste teurer werden und vor allem müssten die Vorbilder stärker werden, dass das sich Besaufen nicht nur ein ungesundes, sondern auch asoziales Verhalten ist." ...


Zunächst einmal finde ich es gut, dass überhaupt über dieses Thema diskutiert wird. Man kann da ja wirklich unterschiedlicher Meinung sein - die Überlegungen zum Selbertragen fahrlässig verursachter Kosten wirft aber wirklich die schwierige Frage auf, wo da Anfang und Ende sein soll, wer beurteilt, was fahrlässig ist und was nicht...

Insgesamt bleibt die Einsicht, dass es für uns alle wesentlich billiger wäre, wenn die Selbstverantwortung für die eigene Gesundheit einen höheren Stellenwert bekommen würde. Starke Persönlichkeiten, die das Komasaufen einfach nicht nötig haben, weil sie sich auf andere Weise bestätigen können, das ist ein schönes Ziel.

"Man MUSS nicht trinken, um Spaß zu haben". Wie wahr.

von Methusalem veröffentlicht in: Prävention Community: Wellness und Gesundheit
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Donnerstag, 12. juni 2008

Die traditionellen Geschlechtsrollen sind zwar ins Wanken geraten und viele Dinge haben sich verändert - Abhängigkeit in Beziehungen gibt es aber immer noch und es scheint ein eher weibliches Phänomen zu sein. Grund genug also, dem Thema nachzugehen, zu fragen, was Abhängigkeit in Beziehungen ist, worin sie sich zeigt und welche Konsequenzen sich daraus ergeben. Mit Abhängigkeit ist hier nicht der wechselseitige Bezug gemeint, sondern zunächst die einseitige Abhängigkeit, bei der sich eine Person von einer anderen oft in mehrfacher Absicht abhängig macht. Es hat ja auch etwas bequemes an sich, nicht selbst denken zu müssen, Entscheidungen anderen zu überlassen, einfach dem zu folgen, was andere vorgeben. Abhängige Beziehungsgestaltung tritt nicht nur in Paarbeziehungen auf, sie kann sich auch auf Gruppen beziehen - oder auf die eigenen Eltern, deren Erwartungen jemand oft mehr verzweifelt als erfolgreich nachzukommen sucht.

Wenn Abhängigkeit in Beziehungen zum Thema wird, liegt schnell die Schlussfolgerung nahe, dass eine Trennung das Beste sei - zunächst aber geht es einfach um die Klärung der Beziehungsmuster, um die Bearbeitung von Beziehungseinschränkungen und Beziehungsstörungen. Entscheidungen sind dabei ein guter Ansatzpunkt, um kritisch zu überprüfen, wie es denn nun um eine konkrete Beziehung bestellt ist. Dort, wo eine eigenständige Entscheidung kaum möglich ist, haben wir einen klaren Hinweis auf abhängige Muster - und die Alternative ist dann eben, zunächst einmal nach den Gründen zu fragen, warum das so ist. Die Grundlage liegt meist in der Ursprungsfamilie: Eltern, die keine eigenständigen Entscheidungen zulassen, von ihren Kindern ausnahmslos erwarten, dass sie das tun, was die Eltern für richtig halten, fördern damit auch die abhängige Beziehungsgestaltung im späteren Lebensverlauf. Was dabei herauskommt, sind unselbständige Menschen, die sich irgendwo "anhängen", möglichst wenig eigene Meinungen entwickeln und vor allem eines lernen: die eigenen Bedürfnisse zurückzustellen, sich soweit anzupassen, dass die eigenen Interessen nicht mehr von Bedeutung sind. Abhängige Muster aufzulösen ist schwierig - denn dahinter zeigt sich bald die Angst vor dem Alleinsein, die Angst, gar nichts mehr zu bekommen, auf Unterstützung verzichten zu müssen, die einfach notwendig erscheint. Realistisch also ist das Bemühen, sich langsam aus den Prozessen abhängiger Beziehungsgestaltung herauszuarbeiten. Und das beginnt zunächst bei der Klärung der eigenen Wünsche, Interessen und Bedürfnisse. Typische Denkmuster abhängiger Beziehungsgestaltung sind Schemata wie "ich bin hilflos", "ich kann nicht allein sein", "ich kann keine eigenen Entscheidungen treffen" - die Schwierigkeit, allein zu sein, ist dabei ein Kernproblem. Und dabei möchte ich es zunächst auch schon belassen und eine Frage "in die Runde" werfen: ist die Alternative zur abhängigen Beziehungsgestaltung wirklich das Alleinsein?

von Methusalem veröffentlicht in: Beziehungsfähigkeit Community: Wellness und Gesundheit
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Dienstag, 10. juni 2008

Psychotherapie ist eine schwierige Angelegenheit - und manche scheinen nicht so recht etwas damit anfangen zu können, tun sich schwer damit, einen Zugang zu sich und den eigenen Problemen zu finden. Für die Praxis stellt sich dabei die Frage, in welchem Ausmass Wissen nötig ist, um überhaupt sinnvoll von einer Therapie profitieren zu können.

Grundsätzliche Dinge sind immer wieder erklärungsbedürftig - und dazu gehört vor allem die Frage, was Therapie überhaupt ist, was geschehen muss, damit Therapie "Sinn macht".


Leidensdruck und Krankheitseinsicht


So merkwürdig es klingt: Leidensdruck ist in der Therapie hilfreich, stellt oft den entscheidenden Impuls dar. überhaupt eine Therapie zu beginnen, sich auf therapeutische Prozesse einzulassen. Krankheitseinsicht schließlich bezieht sich auf die Erkenntnis, dass es um eine bestimmte Störung geht, die behandlungsbedürftig ist. Damit allein kommt allerdings noch lange kein konstruktiver Prozess in Gang - denn die Frage, was und wie und woran gearbeitet werden soll, ist damit noch nicht beantwortet.


Therapie braucht Ziele


So selbstverständlich ist das nicht, in der Psychotherapie Ziele zu formulieren. In der klassischen Psychoanalyse und in der nondirektiven Gesprächspsychotherapie nach Rogers waren Zielsetzungen unüblich, wenn nicht gar verpönt. Neuere tiefenpsychologische Ansätze, die zielorientierte Gesprächspsychotherapie und vor allem die Verhaltenstherapie arbeiten allerdings sehr deutlich mit Zielen. Wer also heute im ambulanten oder stationären Bereich eine Psychotherapie beginnt, kann damit rechnen, nach den eigenen Zielen gefragt zu werden. Genau das macht aber manchen erhebliche Schwierigkeiten - und so besteht oft ein Teil der Therapie zuerst einmal darin, brauchbare Therapieziele zu formulieren.


Therapie heisst Veränderung


Im Grunde einfach, aber in der Praxis eben doch nicht so leicht. Die Unterschiede zwischen den Vorgehensweisen in der Medizin und in der Psychotherapie sind im Alltagsbewusstsein nicht so deutlich verankert. Während in der Medizin der Begriff "Behandlung" für den Patienten eher etwas Passives mit sich bringt und wenig Eigeninitiative verlangt, ist die Haltung des "Sich-behandeln-Lassens" in der Psychotherapie eher ein Hindernis. Denn dort, wo es um die Veränderung von Einstellungen und Verhaltensänderungen bis hin zu Änderungen auf der "strukturellen Ebene" geht, geht der entscheidende Impuls stets vom Patienten aus - Aufgabe des Therapeuten ist es eher, herauszuarbeiten, an welcher Stelle ein eher vages Bedürfnis nach Veränderung konkret werden kann und WIE die beabsichtigte Änderung erreicht werden kann. Als allgemeines handlungsleitendes Prinzip ergibt sich dann für Therapeuten nicht der Gedanke, eine andere Person ändern zu wollen, sondern aufzuzeigen, wie Veränderungspozesse aus eigenem Antrieb in Gang gesetzt werden können. Spätestens dann, wenn sich das "andere" als "besser" zeigt, stabilisiert sich jede Veränderung gewissermassen von selbst.


Offene Fragen: therapeutische Themen in einem Blog?


Bei aller Problematik hat das zunehmende Informationsangebot zu medizinischen Fragen im Internet auch einen großen Vorteil: als Ergänzung zur Behandlung können Informationen zu höherer Effizienz der Therapie beitragen. Der Gedankengang zum Themenfeld "Psychotherapie und Psychoedukation" markiert hier eine wahrgenommene Lücke: wo kann man sich eigentlich darüber informieren, was in einer Psychotherapie genau passiert und wie man sich sinnvoll auf eine Therapie vorbereiten kann? In der Suchttherapie zeigen sich unklare Vorstellungen immer wieder als Problem - es genügt eben nicht, einfach mit dem Konsum aufzuhören. Eine sinnvolle Therapie setzt ein bestimmtes Mass an Wissen und Einsicht bereits voraus. Erst dann, wenn die Einsicht da ist, "ich habe ein Problem, brauche Hilfe, bin aber auch selbst gefragt, Ziele zu formulieren, Probleme zu benennen und aktiv an mir selbst zu arbeiten" kommt die Psychotherapie so richtig in Gang. Und das, denke ich, muss einfach mal gesagt bzw. geschrieben werden.

von Methusalem veröffentlicht in: Psychotherapie Community: Wellness und Gesundheit
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Samstag, 7. juni 2008

Nix wie weg! Wenn das Runde mal wieder in das Eckige muss, ist für alles andere kein Kopf mehr da. Zumindest bei manchen. Ultimative Tipps für das Überleben der EM brauchen die Fiebernden weniger als nicht nichtfiebernde Wegbegleiter und sonstige Zeitgenossen, die ihr Auto auch dann in die eckige Garage fahren, wenn es nicht wirklich rund ist. Wenigstens die Räder erinnern ja an das Prinzip, ja ohne das Runde dabei käme hier eben auch das Eckige nicht in das Eckige.

Vor allem aber sollten wir uns die Forschungsergebnisse vor Augen halten... die Wissenschaft hat festgestellt, dass man den Fussball, ganz ungewöhnlich für ein doch recht simpel strukturiertes materielles Etwas, tatsächlich auch aus einer psychologischen Perspektive untersuchen kann.

Nicht etwa, weil der Fussball eine Seele hätte oder sowas. Da geht es ja nicht um die Korrelation zwischen Torerfolg und der farblichen Gestaltung des lederhäutigen Corpus, auch nicht um die fussballevolutionsbiologische Frage, ob man ihn den nun der Gattung der Echsen zuordnen soll?

Das stichhaltige Argument, dass man aus einem Fussball nicht so gut eine Handtasche machen kann, was ihn denn nun wirklich eklatant von einem Krokodil unterscheidet, ist in der Forschung noch umstritten. Aaaaber... die Prognostizierbarkeit des Torerfolgs, also die relative Wahrscheinlichkeit des Eindringens solcher schwarzweisser Ledermonster in den gegnerischen eckigen Kasten, DIE ist schon eine Untersuchung wert.

Aufgrund der geringen Zahl von Neuronen, welche ein Fussball aufweist (der ist nämlich, wie viele seiner Zuschauer und Beobachter, echt hohl!), brauchen wir als eine andere Instanz und hier - Achtung! - kommt endlich die Psyche ins Spiel, weniger die der Spieler.... sondern jene der Beobachter.

Sachverstand könnte der Prognose dienlich sein, so könnte es uns der Ottonormalverstand nahe legen. Wer etwas von Fussball versteht, sollte besser vorhersagen können, wie es ausgeht.

Falsch gedacht: Ergebnisse aus der WM-Forschung zeigen, dass es diejenigen besser wissen, die weniger wissen. Laien, also Leute, die keine Ahnung haben, können genauer vorhersagen, wie das Spiel ausgehen wird. Ha! Daran liegt es wohl, jene unbekannte Variable, der Faktor X, der bei allen Analysen, statischen Wahrscheinlichkeiten neben der aktuellen Stimmung, Tagesform, psychodynamischen und soziostrukturellen Konstellation der Mannschaft, Zuschauer, Schiedsrichter und sonstigen potentiell unerwünschten Pfeifen im Publikum, nicht zuletzt der physiologischen Interdependenz grummelnder Mägen und emotionalen Befindlichkeiten auf dem komplexen grünen Feld darüber entscheiden, ob das hohle Leder passgenau ins Netz, an die Latte oder eben auch mal komplett daneben rollt, fliegt oder sonstwie kullert.

Man weiss eben nie, wie es ausgeht... Überraschungen sind immer drin. Und so kann man sich zwar ganz neutral wünschen, dass die Besten gewinnen mögen, aber eine Garantie dafür gibt es eben nicht. Vielleicht spiegeln sich darin so manche Strukturen der Gesellschaft, in denen Erfolg sich eben auch bisweilen der Machbarkeit entzieht. Und trotzdem angestrebt wird, weil es eben auch auf anderen Ebenen nicht nur Buhrufe, sondern auch Pokale einzuheimsen gibt. Manchmal lässt sich vielleicht etwas beobachten, Teamgeist etwa, Fairplay oder freundschaftliche Gesten, die Landesgrenzen überwinden und Gemeinschaft stiften über ein merkwürdiges Phänomen, das bei aller Kommerzialität eben auch ein Spiel ist.

Mehr? Da!

von Methusalem veröffentlicht in: Querbeet Community: Wellness und Gesundheit
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  • : 29.09.1962
  • : Nordrhein-Westfalen
  • : Mein Name ist Rolf Grießhammer, ich bin Diplom-Psychologe und Sprecherzieher. Sinn und Zweck meines Blogs ist es, im Dialog mit anderen Menschen an einer Zukunft zu arbeiten, in der und für die es sich zu leben lohnt.

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